Al Kaida ist für vier der Angriffe auf US Botschaften verantwortlich

Weekley Standard: Al Kaida ist für vier der Angriffe auf US Botschaften verantwortlich

 

Thomas Jocelyn, 3.10.2012

Am 11. September und danach griff al-Kaida rund um die Welt, mehrere amerikanische Einrichtungen an. Der Angriff, der die meiste Aufmerksamkeit erhielt, war die tödliche Attacke auf das amerikanische Konsulat in Bengasi, Libyen, bei dem Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Amerikaner getötet wurden. Das amerikanische Konsulat in Libyen war aber nicht die einzige diplomatische Einrichtung, die im September  von mit  al-Kaida verbundenen Gruppen angegriffen wurde. Terroristen mit Verbindungen zu al-Kaidas Führungsebene, einschließlich Emir Aiman al Zawahiri,  waren in wenigstens drei weitere Belagerungen in Ägypten, Jemen, Tunesien und möglicherweise anderswo beteiligt.

Im Folgenden wird ein Zeitablauf  vorgelegt.

Ägypten (11. September) Mohammed al Zawahiri, der jüngere Bruder des al-Kaida Emirs Ayman al-Zawahiri, gab zu die Proteste an der US Botschaft in Kairo mit organisiert zu haben. Mohamed al Zawahiri ist ein langjähriger Akteur des ‚Ägyptischen Islamischen Jihad‘ (EIJ)  und war bis zum Anfang dieses Jahres inhaftiert. Der EIJ und Gamaa Islamiyya (IG) ist ein Kernbestandteil des al Kaida Joint Venture. Beide, EIJ und Gamaa Islamiyya (IG),  ein weiterer enger Verbündeter der al Kaida, plante die Proteste vor der US Botschaft in Kairo, bevor der anti-Islam Film bekannt wurde.

Am Tag vor dem Botschaftsprotest in Kairo, am 10. September, veröffentlichte al Kaida ein Video Ayman al Zawahiris, der die Jihadisten aufrief Rache für den Tod Abu Yahya al Libis zu nehmen. Im Juni tötete ein Drohnenangriff Abu Yahya und macht die verspätete Eloge des al Kaida Häuptlings auffällig.

Ayman al Zawahiri verwendete das Video um mitzuteilen, al Kaida sei nicht besiegt, nur weil hohe Führer  der al Kaida im Norden Pakistans und andernorts getötet wurden. Stattdessen sagte Ayman al Zawahiri, al Kaidas „Botschaft hat sich in der moslemischen Ummah verbreitet, die sie mit Zustimmung empfangen hat und darauf reagiert.“

Das Video schneidet dann einen Clip von Mohammed al Zawahiri  ein, der gleichlautende Aussagen in seinen Interviews nach der Haft machte. Während eines Interviews mit CNN, Anfang des Jahres, sagte der jüngere Zawahiri, dass al Kaidas Stärke “ nicht in ihren Führern, sondern in der Ideologie liegt.“

Die Demonstranten bei dem Botschaftsprotest in Kairo riefen, „Obama, Obama! Wir alle sind Osama!“

Man kann darüber nachgrübeln, dass die  Riots beabsichtigten, diesen Punkt Zawahiris zu veranschaulichen.

Libyen (11.September) – Mehrere al Kaida angeschlossene Gruppen wurden mit dem komplexen Angriff auf das US Konsulat in Bengasi in Verbindung gebracht. Diese Gruppen schließen al Kaida im Maghreb (AQIM) und die Miliz von Ansar al Sharia, die von einem ehemaligen Guantanamo Häftling und bekannten al Kaida Mitglied, Sufian Ben Qumu, geführt wird. Mitglieder der Ansar al Scharia Miliz waren in den Stunden nach dem Angriff, im Kontakt mit AQIM (al Kaida Maghreb), wie Eli Lake im Daily Beast   berichtete.

Andere Personen der al Kaida wurden ebenfalls mit dem Terrorangriff in Verbindung gebracht. Einer davon ist, laut Wall Street Journal, Muhamad Abu Ahmad, ein Mitglied des Ägyptischen Islamischen Jihad (EIJ), der im letzten Jahr aus dem Gefängnis freigelassen wurde. Vor seiner Inhaftierung haben einige Quellen Ahmad als hohen EIJ Führer identifiziert.

Das Journal berichtet, dass Ahmad  bei Ayman al Zawahiri,  „mit dem er lange in Verbindung“ steht  „um die Erlaubnis bat“ , eine al Kaida Schwestergesellschaft zu gründen und hat die Finanzierung durch den Flügel der al Kaida im Jemen gesichert“. Herr Ahmad “ baut sich seine eigene Terrorgruppe auf“, sagen westliche Offizielle, die sie ‚Jamal Netzwerk‘ nennen. Und „Kämpfer“ die mit Ahmad „verbunden“ sind, haben an dem Angriff auf das Konsulat teilgenommen.

Das (WS) Journal fügte ein weiteres faszinierendes Detail hinzu:“ US Offizielle glauben (Mohammed al Zawahiri) habe geholfen Herrn Ahmad mit dem al Kaida Chef in Verbindung zu bringen.“ EIJ Mitglieder werden verdächtigt, ägyptische Milizen auch in  Trainingslager in Libyen zu schmuggeln.

Der Angriff in Bengasi ereignete sich einen Monat nachdem ein Bericht des Kongress über die wachsende Präsenz al Kaidas in Libyen gewarnt hatte. Ayman al Zawahiri hat führende al Kaida Mitglieder nach Libyen gesandt, um ein verdecktes Netzwerk, dass, laut den Autoren des Berichts, auf dem Weg ist, ein vollständig einsatzbereites Netzwerk zu werden.

Jemen (13.September) – Nachdem Scheich Abdul Majees al Zidani zu Protesten aufrief, wurde, so die New York Times, die US Botschaft in Sanaa gestürmt. Zidani ist als Unterstützer der al Kaida bekannt.

Im Jahr 2004, fügte das Finanzministerium Zidani einer Liste erkannter al Kaida Unterstützer hinzu und nannte ihn einen Osama bin Laden „Loyalisten“. Zidani “ hat eine lange Geschichte der Zusammenarbeit mit bin Laden, vor allem diente er, als einer seiner spirituellen Führer“, erklärte die Finanzbehörde. Zidani “ war es möglich, viele terroristische Ziele und Zwecke zu beeinflussen und zu unterstützen, einschließlich der Rekrutierung für al Kaida Trainingscamps“ und „spielte eine Schlüsselrolle im Erwerb von Waffen für al Kaida und andere Terroristen.“

Zidani betreut ein Netzwerk radikaler Schulen, einschließlich der Al Iman Universität in Sanaa. Die Absolventen der Al Imana, umfassten Terroristen und Extremisten, einschließlich John Walker Lindh (den „amerikanischen Taliban“) und al Kaida Genossen.

Zidanis Sohn, Mohamed, rief kürzlich zu Angriffen gegen die US Botschaft in Sanaa auf. Im März, so sagen veröffentlichte Berichte, „rief “ Mohamed al Zindani „seine jemenitischen Landsleute auf, die Flagge des Islam zu hissen und den Krieg gegen die amerikanischen Ungläubigen, beginnend mit dem US Botschafter, Gerard Feierstein,  zu führen.

Im Mai, so UPI, drängte al Zidani seine „Anhänger, sich bei Ansar al Scharia zu sammeln, einem al Kaida Ableger in der südlichen Provinz Abyyan.“ Ansar al Scharia im Jemen ist, faktisch die Schwesterorganisation von al Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP, Al Qaeda in the Arabian Penninsula). Beide werden von Nasir al Wuhaysh, bin Ladens früherem Adjutanten in Afghanistan, geleitet.

Tunesien (14 September) –  Der Angriff auf die US Botschaft in Tunis wurde von einem notorischen al Kaida Terroristen namens Seifallah ben Hassine, aka Abu lyad al Tunisi orchestriert. Das Botschaftspersonal war bereits evakuiert, aber Hassines Mob plünderte amerikanischen Besitz, einschließlich Fahrzeuge und eine Schule.

Hassine ist der Führer von Ansar al Scharia in Tunesien. Die Marke Ansar al Scharia wird, wie oben erklärt, von mit al Kaida verlinkten Gruppen in Libyen, Jemen und Andernorts  benutzt.

Hassine wurde 2011 aus einem tunesischen Gefängnis entlassen, nachdem er 2003 wegen Zugehörigkeit zu einer al Kaida angeschlossenen Gruppe  verurteilt wurde. Im Jahr 2000 war er Mitbegründer der tunesischen Kampftruppe (Tunesian Combat Group – TCG).Den Vereinten Nationen nach, ist die TCG „in Abstimmung“ mit al Kaida geschaffen worden.

Hassine traf sich, wie berichtet wurde, vor den Terroranschlägen des 11.September 2001, mit beiden, Osama bin Laden und Ayman al Zawahiri, Zwei Tage vor den Anschlägen, am 9.September 2001, töteten zwei tunesische Mörder den Führer der (afghanischen) Nord Allianz, Ahmed Sah Massoud. Der Schlag gegen Massoud war ein integraler Bestandteil von al Kaidas  9/11Plot, da er, bevor der Kampf um Afghanistan überhaupt begann, einen Schlüssel Verbündeten der Amerikaner und einen Feind der Taliban und al Kaidas  vom Kriegsschauplatz entfernte.

Al Kaidas und Hassines TCG planten Anfang 2001 Terroranschläge in Europa. Einer der Pläne zielte auf die US Botschaft in Rom. Im April 2001, verhafteten italienische Behörden ein TCG – al Kaida Doppelmitglied in Italien, das die Pläne beaufsichtigte. Der Plan war, nach dem Bericht des Außenministeriums ‚Muster des globalen Terrorismus‘ (Pattern of Global Terrorism) von 20001 war so ernst zu nehmen, dass  die US Botschaften in Rom und in der Vatikanstadt, wie auch die Konsulate in Neapel und Mailand, für die Öffentlichkeit geschlossen wurden. Es war das erste Mal, seit dem Golf Krieg zehn Jahre zuvor, dass die Botschaft in Rom geschlossen wurde.

Demnach haben Hassine und seine Kämpfer seit langem amerikanische diplomatische Einrichtungen zum Ziel.

Weitere Al Kaida verbundene Botschafts-Riots und Proteste 

In einigen Ländern blieben die Berichte skizzenhaft. Im Sudan beispielsweise,  deuten lokale Zeitungsberichte darauf hin, dass salafistische Gruppen mit Nähe zur al Kaida für die Angriffe auf westliche Botschaften verantwortlich waren. Die Botschaften der USA, Deutschlands und des Vereinigten Königreiches wurden sämtlich in Khartum angegriffen. Al Kaida hat eine jahrelange Präsenz im Sudan, der während der frühen 90ger Jahre das Heim für Osama bi Laden und seine Kämpfer war.

Andernorts führten al Kaida verbündete Personen Demonstrationen vor amerikanischen diplomatischen Vertretungen an. Am 16. September führte der Lakshar-e-Taiba (LeT) Häuptling Hafiz Muhammad Saeed einen Protest in Lahore Pakistan an. „Wenigstens 8000 Menschen nahmen Teil“, so die Associated Press. Die New York Times fügt hinzu, dass der Protest nur eine halbe Meile vom US Konsulat entfernt stattfand. Der Protest blieb „friedlich“, so die Times, aber Saeed  verlangte, dass die Produzenten von ‚Innocence of Muslims‘ gehängt würden, um ein Exempel zu statuieren“

Im April setzte die US Regierung ein Kopfgeld von 10 Millionen US Dollar für Saeed aus, und macht ihn damit zum ‚most wanted‘ Terroristen auf diesem Planeten. Saeed war in die LeT Belagerung Mumbais im November 2008 verwickelt, aber hinter dem Kopfgeld steckt wahrscheinlich mehr. Dokumente, die in Osama bin Ladens Anwesen entdeckt wurden, zeigen Berichten nach, dass Saeed mit bin Laden bis kurz vor dem Tod des al Kaida Chefs im Mai 2011, in Kontakt blieb. Angeblich zeigen Berichte, dass bin Laden Überwachungsberichte erhielt, die für die Planung der Angriffe in Mumbai verwendet wurden, was ein tiefes Einverständnis zwischen LeT und al Kaida nahe legt. Saeed war seit den 1980ern ein Verbündeter bin Ladens.

„Obamas Statements haben einen religiösen Krieg ausgelöst“, fügte Saeed hinzu. „Das ist eine sehr sensible Angelegenheit. Das wird nicht schnell gelöst werden. Obamas Statement hat einen Kulturkampf ausgelöst“.

Aus der Sicht al Kaidas und angeschlossener Gruppen, zeigen Saeeds Kommentare das, worum es sich vermutlich wirklich dreht. Sie wollen zeigen, dass die Ideologie al Kaidas nicht geschlagen ist, dass das Terrornetzwerk reale Kraft hat und dass sie amerikanische Diplomaten töten können.

Thomas Jocelyn ist ein führender Mitarbeiter der ‚Foundation for Defense of Democracies‘.

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