Daniel Greenfield über Israel als ewigen Störfaktor imperialer Träume

FrontPage: Der Krieg für die Zukunft des Nahen Ostens 

Daniel Greenfield, 20.11.2012

Die endlosen Kriege mit Israel drehen sich nicht wirklich um den jüdischen Staat. Noch geht es bei den Kriegen um die Araber, die in den Territorien leben, die Israel im Jahr 1948 an Jordanien und Ägypten verlor und von ihnen 1967 zurückeroberte. Der Rest der Moslemischen Welt kümmert sich nicht mehr um die „Palästinenser“ als Hitler sich um die Sudetendeutschen oder Japan wirklich an die Rechte von Chinesen und Koreanern glaubte.

Israel ist ein Nebenschauplatz in einem fortwährenden Kampf zersplitterte Bevölkerungen, die durch Ethnizität und Religion getrennt sind, durch Sprache und natürliche Ressourcen, in einer einzigen Gemeinschaft zu vereinen. Es ist ein natürliches Ziel, denn seine Bevölkerung besteht aus Menschen, die Mitglieder einer anderen religiösen und ethnischen Gruppe sind als die dominanten ethnischen Gruppen der Region.

Anders als die Perser und Türken, sind die Juden keine Moslems, nicht einmal Schiiten und anders als die christlichen Araber, sind die Juden nicht einmal von der gleichen Ethnie der regionalen Mehrheit. Juden sind weder Moslems noch Araber und das macht sie einzigartig und fremd in der Region, in der jedes Land entweder von der arabischen oder moslemischen Identität dominiert ist. Ober von beidem.

Der Post-koloniale Wettbewerb im Nahen Osten drehte sich darum wie die zersplitterten ethnischen Minderheiten und religiösen Spaltungen in einer einzigen Region zu vereinen.

Sich hinter Etwas zu vereinen ist schwierig aber sich gegen etwas zusammenzuschließen ist leicht. Unfähig sich in Liebe zu  vereinen, vereint sich der Nahe Osten in Hass und die fremdeste und  andersartigste Gruppe mit einem eigenen Land zu hassen gibt jedem in der Region das Gefühl etwas Gemeinsames zu haben.

Israel ist allerdings nur eine Nebensache im größeren Kampf einer Region, die versucht sich selbst durch die Vorherrschaft einer einzigen bestimmenden Identität zu definieren und nicht durch  Harmonie unter den verschiedenen Identitäten.

Terror gegen Israel ist kein kontinuierlich andauerndes Phänomen. Die Feinde, denen Israel gegenüberstand, waren durch die politischen und religiösen Trends der Region bestimmt, von einer frühen PLO, die sich verpflichtete für eine Einbindung Israels in ein Groß-Syrien zu kämpfen, zur Endzeit Hamas, die für ihren eigenen islamistischen Superstaat in der Form des Kalifats kämpft.

Eher als durch fortlaufenden  Widerstand durch ein unterdrücktes Volk, wurden die Terroristen eigentlich durch ideologischen Opportunismus definiert.

Für arabische Nationalisten war es der Nationalismus, der eine Nation definierte und ihre Terroristen konstruierten eine mythische palästinensische Identität, um Generationen zu indoktrinieren, bereitwillige Soldaten im endlosen Krieg zu werden, der von ihren arabisch-nationalistischen Unterstützern in Ägypten und Syrien  gefördert wurde. Und so wurde der palästinensische Nationalismus geboren,  in keiner Weise durch den Mangel tatsächlicher nationaler Geschichte beunruhigt mit all ihren Fahnen und blutigen Dichtungen über den Tod für das Vaterland, das niemals existierte und dessen Population sich aus Wirtschaftsemigranten aus Syrien, Ägypten und Jordanien zusammensetzte.

Für die Islamisten, ist der Nationalismus bestenfalls fragwürdig, und im Schlimmsten Fall Götzendienst. Die Hamas war nie in der Lage den palästinensischen Nationalismus zu verleugnen, aber ihre Führer schwanken zwischen dem Ausrufen der palästinensischen Nation und   ihrer Entsorgung für ihr wahres Ziel einer regionalen islamistischen Einheit.

Die  arabischen Nationalisten brauchten eine nationale Geschichte und Identität um Anspruch auf Israel zu erheben. Die Islamisten haben für solchen Schnickschnack keinen Bedarf. Für die Islamisten ist Israel islamischer Besitz durch das Recht der Eroberung. Wenn Moslems einen Ort einmal erobert haben, ob in Spanien oder Israel, wird er für immer zu moslemischem Land. Es gibt keinen Bedarf an nationaler Mythologie um ein Volk mit einem bestimmten Ort zu  verbinden um es den Moslems zu erlauben, Anspruch auf ein Territorium zu erheben, das einst von Moslems regiert wurde.

Die Hamas, wie der Rest der Moslem Bruderschaft, und andere islamistische Organisationen, ist transnational. Sie ist nicht vollständig von ethnischen Hierarchien undnationalen Identitäten  getrennt aber sie sind zweitrangig in ihrer umfassenderen Agenda die nationale Identität durch die islamische Identität zu ersetzen.

Die arabischen Nationalisten und ihre Terrorgruppen, wie die PLO, waren mit Israel aus ethnischen Gründen im Krieg. Die Islamisten sind aus religiösen Gründen mit Israel im Krieg.

Die Hamas wuchs als Teil eines regionalen Trends vom arabischen Nationalismus weg und hin zum Islamismus. Ägypten, einst die große Hoffnung des arabischen Nationalismus wurde von der Moslem Bruderschaft übernommen. Der Irak und Syrien sind von ihrem alten Baath Sozialismus weggetaumelt und werden nun vom sektiererischen schiitischen islamistischen Politikverständnis bestimmt. Selbst unter den nicht-arabischen Mächten ist der Iran eine schiitische islamistische Festung und die Türkei wurde zur sunnitischen islamistischen Macht. Mit dem Fall Tunesiens und Libyens, ist der arabische Nationalismus so gut wie tot. Islamismus ist die Zukunft.

Wenn Syrien fällt, wird Israel von allen Seiten, von einer Koalition von sunnitischen Islamistischen Feinden umgeben sein. Die Hamas ist nur ihre Marionette, so wie die PLO es für die arabischen Nationalisten Syriens und Ägyptens war.

Bis jetzt hatte Israel mit einer Region zurechtzukommen, in der es vornehmlich auf Grund der Rasse gehasst wurde. Nun muss es in einer Region überleben, in der es aus Gründen der Religion gehasst wird.

Der Aufstieg der Selbstmordbomber war eines der frühen Vorzeichen des Märtyrerkultes. Er ist auch eine Erinnerung daran, dass Israel für die weiteren Entwicklungen im Nahen Osten als Kanarienvogel in der Kohlegrube dient. Bevor die Moslembruderschaft durch den Wahlsieg in Ägypten an die Macht kam, kam die Hamas durch einen Wahlsieg an die Macht. Der arabische Frühling erreichte Israel früher als den Rest der Region.

In seiner antiken Geschichte hat Israel sich oft im Weg erobernder Reiche befunden, deren Ziele weit über das kleine Land und die verschwindend kleine Zahl seiner Menschen hinaus gingen, mit der sie konfrontiert waren.

Der Islam strebt an erneut eine Imperium zu werden und die Juden sind ihm im Weg. Der Krieg gegen Israel, ob er von arabischen Nationalisten oder ihren Nachfolgern geführt wird, drehte sich immer um die Ambitionen von Männern, die Imperien aufbauen wollten, vielmehr als um den schmalen Streifen Land, der von wenig Nutzen für irgendjemandes ist außer der kleinen Zahl von Menschen, die ihn bevölkern.

Der arabische Nationalismus trat in mehreren Kriegen gegen etwas an, das ein leichtes Ziel  hätte sein sollen und verlor. Seine Führer erholten sich niemals ganz von diesen Niederlagen. Ihre Träume von der Vereinigung der Region starben als sie unfähig waren mit einer Armee, der es an Training fehlte und Offizieren der jordanischen und ägyptischen Streitkräfte ein einziges kleines Land zu besiegen. Als die arabischen Nationalisten sich mit Israel aussöhnten, verloren sie das Einzige, das sie neben wirtschaftlichen Versagen, ihren Völkern anzubieten Hatten.

Die Islamisten wissen das alles und beabsichtigen dort Erfolg zu haben, wo die arabischen Nationalisten versagten. Wie im Falle des römischen Reiches wurde Israel von einem Ärgernis zu einem demütigenden Hindernis für die größeren Pläne eines Imperiums für die Region.

Der islamistische Imperialismus  beginnt um das alte Problem, die Zerstörung Israels, zu kreisen. Die Ideologie des Islamismus besagt, dass nur die islamische Einheit es den Völkern der moslemischen Welt erlauben kann, die großen Herausforderungen anzugehen. Um das Kalifat zu etablieren und ein regionales Imperium zu gründen, müssen die  Islamisten tun, was die Nationalisten nicht tun konnten. Sie müssen Israel zerstören. Und wenn sie das nicht können, wird ihre Herrschaft in Demütigung und Versagen enden.

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