Ein „sudanesischer Genozid“ in Ägypten? Raymond Ibrahim

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Frontpage: Ein „sudanesischer Genozid“ in Ägypten?

A „Sudanese Genozide“ in Egypt?

Raymond Ibrahim, 4.1.2013

Die gegenwärtigen Spannungen zwischen der von der Moslem Bruderschaft geführten Regierung in Ägypten und einer zersplitterten Bevölkerung,  die große Gruppen von Menschen einschließt, die die Islamisierung Ägyptens ablehnen – die Moderaten, die Säkularen und Christen –  die kürzlich in Massen auf dem Tahrir Platz demonstrierten und sogar den Präsidentenpalast belagerten – sind nur zu bekannt. Man muss nur Ägyptens direkten Nachbarn, den Sudan und dessen blutige Geschichte anschauen, um zu wissen, wo dies hinsteuern kann.

Der Bürgerkrieg im Sudan, der den Tod von Millionen brachte, war im Grunde das Nebenprodukt eines islamischen Regimes, dass versuchte die Scharia über große Gruppen von Sudanesen zu verhängen –  Moslems, Christen und Polytheisten – die es ablehnten von Allahs Gesetz regiert zu werden, die es ablehnten islamisiert zu werden. Obgleich die islamistische Regierung 1992 Lippenbekenntnisse zu Pluralismus und Gleichberechtigung abgelegt hatte, erklärte sie gegen den Süden und die Nuba einen formalen Jihad , eine Fatwa der sudanesischen moslemischen Führer zitierend, die besagte, dass „ein Insurgent, der zuvor ein Moslem gewesen war, nun ein Apostat und ein nicht-Moslem, ein Ungläubiger sei, der als Bollwerk der Verbreitung des Islam entgegen stehe und der Islam das Töten beider rechtfertigt“

Anders gesagt, Khartum verordnete dass: 1) es durch die Einführung der Scharia, nur versuche,  Allahs Willen auszuführen; 2) jeder Sudanese, der das ablehnt – einschließlich der Moslems – offensichtlich ein Ungläubiger ist; 3) all diese Ungläubigen eliminiert werden müssen. Dementsprechend wurden zahllose Menschen abgeschlachtet, vergewaltigt, versklavt – alles Dinge, die rechtmäßig sind, sobald ein islamischer Staat den Jihad erklärt. Während der Süd Sudan sich vor kurzem abspaltete, werden die Nuba Berge im Norden weiterhin kontinuierlich bombardiert.

Nun vergegenwärtigen Sie sich, wie das oben beschriebene Muster – falsche Versprechen von religiösem Frieden, gefolgt von einem Drängen zur Scharia und einer Proklamation, dass jeder, der dies ablehnt, einschließlich der Moslems, ein Ungläubiger ist und Apostat und getötet werden muss – genau das ist, was direkt im Norden des Sudan, in Ägypten vor sich ging.

Zuerst, bloß Monate nach dem er an die Macht kam,  zeigte Mohamed Morsi, obgleich er wiederholt während der Präsidentenwahl  versprochen hatte, dass er ein Präsident sein würde, der alle Ägypter repräsentiere,  dass sein wahres Interesse – das von Beginn an hätte offensichtlich sein sollen, wenn man bedenkt, dass er ein Führer der Moslem Bruderschaft ist – die Scharia sei und die Islamisierung.

Auch so vergaßen die Ägypter nicht, dass Mursi während der Präsidentschaftswahl folgendes in einem Videointerview gesagt hatte:

Die Ägypter sind hellwach und aufmerksam – Moslems und  Christen und sie wissen, dass wer immer [Ägyptens Präsident] wird und die Herrschaft des Rechts und die Verfassung nicht respektiert, werden die Menschen gegen ihn sein. Ich will, dass die Menschen unverzüglich gegen mich aufbegehren, falls ich jemals nicht das Gesetz und die Verfassung respektiere.

Entsprechend standen große Teile des ägyptischen Volkes gegen ihn auf, als Morsi sich mit beispiellosen präsidialen Vollmachten ausstattete und dann diese Macht benutzte um das Gesetz zu umgehen und Ägypten die schariadurchtränkte Verfassung aufdrückte; zu einem Zeitpunkt musste er sogar aus dem Präsidenten Palast fliehen.

Und so wie im Sudan, stellte Mursis islamistische Verbündete – die wie Mursi, während der Wahl überschwänglich von der ägyptischen Einheit sprachen  –  all jene der Ägypter, die Mursi ablehnten, die Mehrheit von ihnen Moslems, zu Apostaten und Heuchlern und damit zu Feinden, die bekämpft und getötet werden sollten.

Der radikale online Geistliche, Wagdi Ghoneim hetzte Moslems beispielsweise auf, den Jihad zu führen und jeden zu eliminieren, der gegen Morsi protestiert und fügte hinzu, jeder Moslem, der beim protestieren angetroffen würde, sei faktisch ein heuchlerischer  Apostat, der den Islam in Ägypten ausradiert sehen wolle- Er rechtfertigte den Jihad gegen solche Moslems indem er den Koran 66:9 zitierte: „Oh Prophet! Setze dich gegen die Ungläubigen und die Heuchler ein und fasse sie hart an.“ (Ihre Heimstätte ist die Hölle – welch schlimmes Ende!)      Er fügte hinzu, dass die Heuchler von den „Kreuzfahrer Christen“ (eine Bezugnahme zu den Kopten) unterstützt würden und „zügellosen“ Liberalen und Säkularen – die alle ebenfalls bekämpft und sogar getötet werden müssen.

Die Moslems, die zwar protestierten, aber dennoch „wahre“ Moslems seien, zeichnete Ghoneim als fehlgeleitet und fragte sie, „weshalb stellt ihr euch an die Seite der Kreuzfahrer und Ungläubigen gegen die Scharia – und damit ebenso zu bekämpfen, bis sie zu Sinnen kommen.

Er wies korrekt darauf hin, dass der Islam es wahren Moslems verbietet, sich gegenseitig zu bekämpfen – entgegen der Tatsache, dass die Geschichte (und heutige Ereignisse) voll von Moslems sind, die sich gegenseitig abschlachten – und begründete seinen Aufruf Moslems zu bekämpfen durch das Zitieren des Koran 49:9: Und wenn zwei Gruppen von den Gläubigen einander bekämpfen, so stiftet Frieden zwischen ihnen. Wenn die eine von ihnen gegen die andere in ungerechter Weise vorgeht (unterdrückt), dann kämpft gegen diejenige, die in ungerechter Weise vorgeht, bis sie zum Befehl Gottes umkehrt. In diesem Kontext sind die Moslems die die Scharia ablehnen, diejenigen, die „die anderen“, die wahren Moslems, „ unterdrücken“  – also Morsi und seine Unterstützer, die die Scharia wollen und zur „Rückkehr der Befehle Allahs“.

Viele andere Moslems brachten  das gleiche Argument –  dass, wer immer gegen Morsi protestiere, faktisch gegen den Islam selbst protestiere, dass der erstere nur das letztere ermögliche. Wie Ghoneim erließen auch sie Fatwas, oder islamische Erlasse, all diese Demonstranten  seien zu bekämpfen, egal ob sie Mitmoslems sind und das zu den gewalttätigen Angriffen und Morden während des Aufstands gegen Morsi führte, die Folterkeller der Moslem Bruderschaft inklusive.

Ägypten ist noch nicht der Sudan, aber es geht in die gleiche Richtung und folgt dem gleichen Muster,  ausdrücklich versucht eine islamistische Regierung die Gesellschaft zu islamisieren und bezeichnet alle, die Widerstand leisten, als Ungläubige. Zweifellos wird Ägyptens islamistische Regierung weiterhin versuchen, alle Bereiche des ägyptischen Lebens zu islamisieren; zweifellos wird es jene geben, die das ablehnen. Die Frage ist, wird ihr Widerstand jemals entschieden genug sein, die Regierung zu veranlassen, den oben genannten Fatwas zu folgen, die all die Ägypter, die die Scharia ablehnen formal zu Ungläubigen  und Apostaten erklärt, die gejagt und ungestraft ausgelöscht werden dürfen?

 

 

 

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